TSV-Familie feiert umjubelte 34. Premiere mit „Küsse für die Tanten!“

Die Tanten waren ganz einfach der Brüller.

Auch nach über drei Jahrzehnten hat das Laientheater in der Vorbachgemeinde nichts von seiner individuellen Art, der Spielfreude und einem tollen Publikum verloren. Die Theatergruppe 0815 präsentierte bei der Premierenvorstellung anlässlich der traditionellen TSV Jahresfeier das Lustspiel „Küsse für die Tanten“ von Erika Elisa Krug überzeugend, mit schauspielerischem Talent und viel Einsatz. Zwei Stunden beste Unterhaltung waren garantiert.
Ein köstlich humorvolles, sehenswertes Theaterstück, mit faszinierender Situationskomik, das von den Mitwirkenden vorzüglich umgesetzt wurde. Die Spielfreude aller Beteiligten und das passende Bühnenbild waren beste Voraussetzungen für eine gelungene Premiere und brachte so manche Besucher im Hinblick auf seine eigenen familiären Verhältnisse ins Grübeln. In der überzeugend dargestellten Story würdigte das begeisterte Publikum die Leistung der Mitwirkenden mit viel Szenenapplaus. Der lang anhaltender Beifall am Ende waren Ausdruck und Anerkennung für die gezeigte Leistung der Theatergruppe.

Zum Inhalt: Der den drei Tanten ans Herz gewachsene Lieblingsneffe Timo besucht mit seiner Freundin Heike während der Semesterferien seine ledigen Tanten Alma, Berta und Christa. Da die sehr fürsorglichen Tanten nicht wissen dürfen, dass die beiden mit dem Motorrad gekommen sind, stellen sie ihre Maschine in Nachbars Schuppen. Die Motorradklamotten verstecken sie in der Wohnung der Tanten. Durch Zufall finden die Tanten die Lederausrüstung und als die aufmerksame Nachbarin und Klatschbase Vevi ihnen auch noch erzählt, dass die Bank von zwei Motorradfahrern überfallen wurde, nehmen sie an, dass der Bub und seine Freundin die Täter sind. Diese Annahme führt natürlich zu einem atemberaubenden Chaos.
Der überraschend angereiste, wohlhabende Vater von Heike und die neugierige und auf die Belohnung scharfe, geldgierige Nachbarin Vevi, bringen zusätzlich Verwirrung in das Haus der ehrwürdigen Damen und bringen diese fast an den Rand der Verzweiflung.
Die ausgefeilte Geschichte dieses Lustspiels, mit zum Teil atemberaubender, origineller Situationskomik, waren die idealen Voraussetzungen für ein turbulent-komisches Theater, das die Besucher bei bester Unterhaltung voll in den Bann zog und die Spannung bis zum letzten Vorhang aufrecht erhielt.

Die Schauspieler: Die zehn, zum Teil langjährig erfahrenen und glänzend aufgelegten Darsteller, mit nicht weniger als fünf Neuen im Team, ließen durchweg große Spielfreude erkennen. In den drei Paraderollen, das Urgestein und nicht weg zu denkende Original der Theatergruppe Annegret Hein, als abergläubische Tante Alma. Ihre biedere jüngere Schwester Berta, wurde von Isolde Neef, einem ebenfalls erfahrenen Mitglied der Theatergruppe sehenswert verkörpert. Das „Nesthäkchen“ des Trios, die besonders christlich angehauchte Tante Christa, war mit Regina Hever, ein mehr als talentierter Theaterneuling, besetzt. Diese drei originellen Charaktere waren mit ihrem Erscheinungsbild, der Mimik und ihrem schauspielerischem Talent ganz einfach „der Brüller des Abends“.
Als Neffe der Tanten, Student und lieber Bua Timo, trat mit Marco Feidel ein langjähriges Mitglied des Ensembles in bewährter Manier in Erscheinung. Als seine Freundin Heike und verwöhnte Göre war die selbstsicher überzeugend auftretende, Katharina Schäfer im Einsatz. Die Klatschbase Vevi, eine Nachbarin der Tanten, die mit ihrem neugierigen Sensationsgehabe die Herzen der Anwesenden im Sturm eroberte, wurde vom Bühnenneuling Lara Oechsner herzerfrischend verkörpert.
Ein weiteres Urgestein und Senior der Truppe, August Engert, stellte die Amtsperson Fritz Scholle in seiner gewohnt ruhigen, humorvollen Art dar. Seine Spielfreude und Gelassenheit war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Als sein Freund und Stammtischkollege trat mit Matthias Reuß, ein weiterer Neuling als Klempner Max in Erscheinung. Mit dem Hüter des Gesetztes, als Polizist Hans Schnurr, trat der jugendliche Adrian Vogel als Neuer in Erscheinung. Der Geschäftsmann, Heikes Vater Paul Baum, wurde vom erfahrenen Schauspieler Michael Weber-Schwarz, der zum ersten Mal die Laudenbacher Bühne betrat, souverän und ausdrucksstark dargestellt. Seine Bühnenpräsenz und sein souveränes Auftreten vervollständigte das Gesamtbild von einem gelungenen und sehenswertem Theater in Laudenbach.

Als Souffleuse stand Greta Wirth zur Seite. Für Ton, Licht und Musik zeichnete sich Stefan Söder verantwortlich. Spielleiter Raimund Zenkert und sein bewährtes Team haben in der 34. Theatersaison erneut sehr viel Zeit und Mühe aufgebracht, um ihrer TSV-Familie ein unterhaltsames, kurzweiliges Laientheater zu präsentieren. Das ist ihnen mit dem Stück „Küsse für die Tanten“ auf eindrucksvolle Art und Weise gelungen ist.

Die weiteren Aufführungen sind am:
Samstag, 4. Januar um 19:30 Uhr
Sonntag, 5. Januar um 16:00 Uhr
Samstag, 11. Januar um 19:30 Uhr.

Am Sonntag, 5. Januar, werden ab 15:00 Uhr den Besuchern Kaffee und Kuchen angeboten. Saalöffnung ist jeweils eine Stunde früher. Karten für die Veranstaltungen können in der Volksbank Vorbach-Tauber eG in Laudenbach Tel. 07934/7037 oder an der Abendkasse erworben werden.

Weitere Informationen unter http://www.theatergruppe0815.de

Turbulende Szene beim Lustspiel „Küsse für die Tanten“ bei der 34. Theaterpremiere in Laudenbach.

Die drei ABC-Tanten Alma, Berta und Christa mit der Nachbarin Klatschbase Vevi beim Tratsch.

„Küsse für die Tanten“ haben es in sich. Da kommt Freude auf.

Die Theatergruppe 0815 mit ihrem schauspielerischen Leiter Raimund Zenkert (Mitte).

Quelle und Bilder: Paul Mayser