„Frieden und Freundschaft über alles“ unter diesem Leitmotiv stand erneut der von Karl Engelhardt organisierte Besuch in der Stadt Prusice in Polen. Herzlichst empfangen wurde die 30 köpfige Delegation mitten auf dem Marktplatz von Prusice auf der Hauptbühne, denn an diesem Wochenende feiert die Stadt ihr Fest „die Tage von Prausnitz“.

An den Bürgermeister Igor Brandrowicz und der Dolmetscherin Dorota Sokolowska sowie Vertretern des Gemeinderates wurde ein Geschenk vom Ortsvorsteher Martin Rüttler an die Feuerwehrabteilung von Prusice übergeben.
Eine besondere Gabe hatte der ehemalige Pfarrer von Laudenbach Gebhardt Ritter noch im Gepäck, den ein altes Versprechen sollte noch eingelöst werden und für die Stadtbücherei gab es viele Deutschsprachige Bücher und obendrein noch ein Geldgeschenk zum Kauf neuer Bücher.

Begrüßung und Dankesworte folgten, ehe sich die Gäste mit den Quartiergebern in die Familien zurückzogen.
Am Abend traf man sich in Trebnitz an einer wunderbaren Kuranlage mit Wasserspielen, um ein gemeinsames Abendessen einzunehmen und sich auszutauschen oder kennenzulernen.
Die Herzlichkeit und Freude war auf beiden Seiten zu spüren.
Der Samstag begann mit dem Frühstück bei den Familien und dem Austausch von vielen Informationen über Land und Leute.
Mit dem Bus ging es dann über Breslau (Wraclaw) nach Opole zum Schloss Moszna, einer nach der Legende von einem Tempelritterorden gebauten Schlossanlage mit 99 Türmen und 365 Räumlichkeiten, bei einer Führung wurden die herrlichen Räume und das Inventar gezeigt, sowie die Wundervollen Stuck- und Bildhauerarbeiten. Der Park mit seinem uralten Baumbestand aus Eichen und Linden sucht seinesgleichen.
Nächstes Ziel war der St. Annaberg, der Restbestand eines erloschenen Vulkans ist die höchste Erhebung des Schlesischen Oberlandes und die Ausblicke von dort auf das Land waren grandios und erhaben. Seit 1516 wird auf dem Berg eine Kirche erwähnt, heute steht dort die St. Anna Basilika, eine im renaissance-barocken Stil ausgestattete Basilika. Mittelpunkt der Kirche ist die Figur der Hl. Anna, die aus Lindenholz geschnitzt und auf die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert wurde. Sie trägt auf ihrem linken Arm ihre Tochter Maria und auf ihrem rechten Arm den Enkelsohn Jesus. Sehr sehenswert sind vor allem auch die Kalvarien Kapellen, die 1700-1709 erbaut wurden, sowie die Lourdesgrotte und ein Denkmal zu Ehren der Deutschen, die während der schlesischen Aufstände gefallen sind.
Am Abend trafen sich dann alle auf dem Marktplatz zum Stadtfest, wo ausgiebig gefeiert und auch getanzt wurde.
Der Sonntag begann mit einem feierlich gestalteten Gottesdienst und große Freude herrschte bei allen, das Pfarrer Andrzej Maichrzak, der ehemalige Pfarrer aus Powitzko aus Schweignitz extra zum Gottesdienst angereist war.
Pfarrer Andrzej überreichte der Laudenbacher Delegation ein Gemälde der Hl. Hedwig von Schlesien, die in Deutschland geboren wurde und in Trebnitz begraben liegt, vor allem ihr Anliegen als Brückenbauerin der beiden Länder Polen und Deutschland betonte er, dass die Versöhnung und Verbundenheit nur über die Familien und die Herzen der Menschen gehen kann.
Pfarrer Gebhardt Ritter bedankte sich sehr und betonte in seinem Dank, dass die Worte Jesu das Herz des Menschen erreichen wollen und Hilfestellung geben in dem was getan werden sollte und muß, in persönlichen wie auch politischen Entscheidungen zum Wohle Aller.
Im Anschluss traf man sich in der Seitenkapelle, um das Hochgrabmahl des Grafen Melchior von Hatzfeld, dessen Leichnam hier begraben liegt, während sein Herz in Laudenbach beigesetzt wurde. Die Schönheit des Grabmales und seiner nahezu identischen Ausführung begeisterte vor allem die Neulinge der Gruppe und aus den Ausführungen von Pfr. Gebhardt Ritter wurde die geschichtliche Seite und die kostspielige Renovierung des Grabmahls in Laudenbach erläutert.

Zeit war nun noch für den Aufstieg auf den Rathausturm und einen Rundblick auf die Stadt Prusice, ehe sich die Gruppe nach Breslau aufmachte, um eine Stadtführung und eine Schifffahrt auf der Oder zu machen.
Breslau begeisterte mit seinem schönen Marktplatz und der Universität. Am Abend trafen sich nun Gäste und Gastgeber zum gemeinsamen Abendessen und zum Austausch über die vielen Erlebnisse und Begegnungen der Reise. Gastgeschenke wurden ausgetauscht und Einladungen ausgesprochen.
Ortsvorsteher Martin Rüttler bedankte sich im Namen der gesamten Reisegruppe für die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die die Gruppe erleben durfte und betonte das im Grunde alle über das Herz in Frieden und Freundschaft verbunden seien.
Auch wenn es Manchem schwer fiel, wurde am Montag morgen dann wieder die Heimreise in das 730 km entfernte Laudenbach angetreten und so manche Träne vergossen, aber auf ein „Do widzenia“ (Auf Wiedersehen) freut man sich schon wieder.

Quelle: Martin Rüttler, Ortsvorsteher Laudenbach