Theatergruppe 0815: TSV-Familie feiert umjubelte Premiere mit „Die turbulente Fahnenweihe“

Jubiläum bringt Festkomitee an den Rand der Verzweiflung

Auch nach über drei Jahrzehnte hat das Laientheater in der Vorbachgemeinde nichts von seiner individuellen Art und Weise verloren. Die Theatergruppe 0815 präsentierte überzeugend, mit vollem Einsatz und schauspielerischen Talent, in der traditionellen TSV Jahresfeier und bot über zwei Stunden lang beste Unterhaltung. In der lockeren Atmosphäre der Zehntscheuer ist es den Darstellern vorzüglich gelungen das Lustspiel „Die turbulente Fahnenweihe“ in drei Akten, von Marianne Santl, in die Tat umzusetzten. Ein köstlich humorvolles Theater mit faszinierender Situationskomik, das von den Mitwirkenden nach einer gewissen Anspannung und dem prickelnden Premierefieber hervorragend inszeniert wurde. Die Spielfreude aller Beteiligten, untermauert mit verschiedener Marschmusik, das zum Inhalt passende Bühnenbild, waren beste Voraussetzungen für eine gelungene Premiere und ließen so manchen „Vereinsmeier“ mit einem Kopfnicken und Erinnerungen an die eigenen Festlichkeiten wach werden. Ein zahlreich begeistertes Publikum würdigte die Leistung der Mitwirkenden mit Szenenapplaus. Lang anhaltender Beifall waren Ausdruck und Anerkennung für die gezeigte Leistung am Nachmittag des dritten Advents.

Ein Fest wie es der Ort und die ganze Umgebung weit und breit noch nicht erlebt hat, soll die geplante Fahnenweihe vom Heimat- und Trachtenverein „Grasgrün“ über drei Tage werden. Ein übernervöser Vorsitzender und Festleiter, der mit seiner Festrede die größten Probleme hat, wird auch noch von seinem Mitorganisator überraschenderweise im Stich gelassen, weil er den 50. Geburtstag seiner Schwägerin auf Drängen seiner dominanten Frau vorzieht und für ein paar Tage verreist.

Mit einer Disco im Zelt und dem populärsten Discjockey Süddeutschlands Jimmy soll das Jubiläum beginnen. Die Tochter des Hauses Lisa ist total happy, als dieser Jimmy plötzlich in ihren vier Wänden auftaucht und sich nach dem Veranstaltungsort und einem Quartier erkundigt. Ein etwas eigenwilliger Jugendfreund von Lisa kann mit dieser extrem erscheinenden Gestalt nichts anfangen und zieht es vor, der ohrenbetäubenden Disco fern zu bleiben. Nachdem alle Gästezimmer an diesem festlichen Wochenende ausgebucht waren, bietet die herzensgute Chefin des Hauses diesem Jimmy, der trotz seines extremen Outfits einen charmanten Eindruck hinterlässt, ein Quartier an. Ausgerechnet am wichtigsten Tag der Fahnenweihe taucht zu allem Übel auch noch eine Kellnerin Namens Heidi im Zelt auf, mit der die beiden Organisatoren vor Jahrzehnten auf dem Cannstatter Volksfest ihre Bekanntschaft gemacht haben. Der Vorsitzende und Festleiter Max Feichtl geht ihr aus den Augen und lässt sich krankheitsbedingt durch seinen Freund Gustl vertreten. Diese Heidi hat ihn aber bereits entdeckt, sucht ihn Zuhause auf und bringt den armen Max Feichtl in die Bredouille. Plötzlich erscheint auch noch der Discjockey in der guten Stube und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Die ausgefeilte Story dieses Lustspiels mit origineller Situationskomik, bieten die besten Voraussetzungen für ein turbulent-komisches Theater, das den Besucher bei bester Unterhaltung voll in seinen Bann zieht und kein Auge trocken lässt.

Die zum Teil langjährigen erfahrenen und glänzend aufgelegten Schauspieler ließen durchwegs große Spielfreude erkennen. In den beiden Paraderollen, die Urgesteine und nicht weg zu denkenden Originale der Theatergruppe, Nikolai Metzger und Annegret Hein, als Max Feichtl, Vorstand vom Heimat- und Trachtenverein mit seiner lieben Frau Bärbl die ihrem Organisator stets den Rücken frei hält, verkörperten ihre Rollen souverän, selbstsicher und wie für sie auf den Leib geschneidert.

Mit ihrer Tochter Lisa, war mit Katharina Schäfer ein Bühnenneuling am Werk, die mit ihrer jeweils angemessenen Gardarobe, ihrem freundlichen Auftreten keinerlei Nervosität erkennen ließ.

Als Freund Max, Mitorganisator der Feierlichkeiten, zusammen mit seiner dominanten Ehefrau Erna, waren mit August Engert und Angela Leupold ebenfalls zwei erfahrene ausdrucksstarke Akteure am Werk, die schauspielerisch voll zu überzeugen wussten.

Hans Tierhold in der Rolle als „Lechner Gustl“ und naiver Feuerwehrkommandant und zweiter Vorsitzender des Jubiläumsvereins war seine Spielfreude und Gelassenheit förmlich anzusehen.

Als sein tollpatschiger Sohn Martl, trat Jürgen Muhler ein ebenfalls langjähriges Mitglied des Ensemble überzeugend in Erscheinung.

Die überraschend auftauchende resolute Bedienung Heidi, war mit einem weiterem Urgestein dieser Truppe, Veronika Leifeling, optimal besetzt.

Mit dem sehr coolen Discjockey „Jimmy“ vervollständigte der erfahrene Marco Feidel, mit seiner zotteligen Erscheinung das Gesamtbild von einem gelungenen und sehenswertem Theater.

Als Souffleuse war Rosa Mayser, für Ton, Licht und Musik Stefan Söder verantwortlich.

Regisseur Raimund Zenkert und sein bewährtes Team haben in der 32. Saison sicherlich erneut sehr viel Zeit und Mühe aufgebracht, um ihrer TSV Familie ein unterhaltsames, abendfüllendes Laientheater zu präsentieren. Dies ist ihnen mit dem Stück „Die turbulente Fahnenweihe“ auf eindrucksvolle Art und Weise gelungen ist.

Die weiteren Aufführungen sind am Freitag, 5. Januar, Samstag, 6. Januar, jeweils um 19:30 Uhr. Am Sonntag, 14. Januar, findet die Aufführung bereits um 16:00 Uhr statt. Ab 15:00 Uhr werden den Besuchern Kaffee und Kuchen angeboten. Saalöffnung ist jeweils eine Stunde früher. Karten für diese Veranstaltungen können in der Volksbank Vorbach-Tauber eG in Laudenbach Tel. 07934/7037 oder an der Abendkasse erworben werden.

Weitere Informationen unter www.theatergruppe0815.de

Die Bilder zeigen Szenen aus dem Stück „Die turbulente Fahnenweihe“.

Quelle: Hubert Muhler