Perfekte Comedy vom begeisterten Publikum mit Beifallsstürmen gewürdigt

Stefan Eichner „DAS EICH“ kritisch, charmant, witzig und äußerst unterhaltsam in der Laudenbacher Zehntscheuer.

Laudenbach: Mit seinem aktuellen Programm „Der Schwachsinn galoppiert“ überzeugte der entspannte Franke, wie er sich selbst bezeichnet, sein Publikum und die gesamte örtliche Prominenz über fast drei Stunden lang in der gut besuchten Zehntscheuer in Laudenbach.

Als Gast bei der zehnjährigen Jubiläums-Kabarettveranstaltung der Theatergruppe 0815 präsentierte der fränkische Comedian mit seinem aktuellen Programm eine alles andere als 0815-Show.

Mit zwei verschiedenen Gitarren ausgestattet analysiert „DAS EICH“ die Widrigkeiten des Alltags. Hierzu entwickelt er seine ganz eigenen Theorien, die vom Publikum gerne mal mit Kopfnicken und so isses bestätigt werden. Als Preisträger des Ostbayerischen Kabarettpreises versteht es der Kulmbacher perfekt das Weltgeschehen zynisch, bekloppt, aber mit maximalen Spaß zu betrachten. Der herrlich entspannte Blödsinn wird mit seiner einmaligen und genialen Mimik gekrönt. Mit jeder Menge Liedgut und der ein oder anderen schwachsinnigen Aktion bleibt bei seinen Gästen kein Auge trocken.

Diesen Abend, der geprägt war von einer wunderbar harmonisch und stimmungsvollen Atmosphäre, in dem die Besucher teilweise mit eingebunden waren, werden sie sicherlich noch lange in guter Erinnerung behalten.

Zu Beginn seines Auftritts zeigte er sich bestens vorbereitet auf die örtlichen Gegebenheiten, hatte allerdings gewisse Probleme, wie und wo er den Weinort Laudenbach geografisch einordnen soll. Unterfränkisch, schwäbisch, hohenlohisch, lauter offene Fragen, die er humoristisch in sein abwechslungsreiches Programm integrierte.

In seinem reichhaltigen Repertoire beschäftigte er sich liebevoll mit seinen Franken, ihrem urwüchsigen, originellen Dialekt und ihrer Gastfreundlichkeit. Während es Land auf Land ab in allen Pensionen und Hotels Gästezimmer gibt, sind es bei den Franken stets die Fremdenzimmer. Gäste gibt es nicht, es sind immer nur Fremde.

Unverständlich ist für ihn der Schwachsinn, der in so manchem, vor allem privaten Fernsehprogrammen, der Menschheit zugemutet wird und zählte zahlreiche Sendungen und Serien auf, die bei den Besuchern schallendes Gelächter auslösten.

Als leidenschaftlicher, überzeugter Saunagänger beschäftigte er sich mit den vier Worten. „Kein Schweiß auf’s Holz“, das in jeder Sauna an zu finden ist, was alles für Missgeschicke passieren können, wenn „Mann sich“ auf den nackten Holzrost niederlässt.

Über den meist kühlen, verregneten Sommer in seinem Frankenland und den damit verbundenen problematischen Grillabenden kombinierte er einen wunderbaren Song, „Sommer in Franken“ bei dem das Publikum jeweils beim Referee mit eingebunden wurde. Aus Sicht der Sänger Reinhard Mey, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, persiflierte der talentierte Künstler den Sommer in Franken. Seine jeweils dazu passenden Texte, die Körperhaltung und die gesamte Mimik war einfach ein Genuss und wurde vom aufmerksamen Publikum dankend gewürdigt.

Ein Ohrenschmaus war der Klassiker „Zeugnistag“ von Reinhard Mey, der ihm persönlich die Aufführungsrechte für seine Songs erteilte. Nach einigen Zugaben beendete er sein anspruchvolles, kurzweiliges Programm vor einem begeistert dankbarem Publikum mit seinem persönlichen Hit „Fragen über Fragen“.

Stefan Eichner „DAS Eich“, diesen eigenwilligen Namen, den ihm seine Freunde bei einer Party gaben, ist an der Gitarre perfekt, vielseitig, musikalisch unglaublich wandlungsfähig, beherrscht zahlreiche Dialekte und hat ein enorm musikalisches Repertoire.

Raimund Zenkert, Leiter der Theatergruppe, bedankte sich bei Stefan Eichner mit einem Weinpräsent für diesen unvergesslichen Abend.

 

Quelle: Hubert Muhler